Am 22.02 ging es sehr früh morgens auf die Reise ans andere Ende der Erdhalbkugel. Wir sind nach langem Flug und Zwischenstop in Amsterdam dann mitten in der Nacht in Kapstadt angekommen, haben unseren Mietwagen in Empfang genommen und sind auf schnellstem Wege zu unserer Unterkunft für die nächsten fünf Tage gefahren.

Am nächsten Morgen konnten wir diese dann auch inspizieren und uns daran erfreuen. Für uns eine perfekte Lage: die Villa Lutzi in der Rosmead Avenue in Oranjezicht. Die Villa liegt unmittelbar in der Nähe der Kloof Street und der Long Street – zwei Straßen auf denen viel los ist, die zum Shoppen, Kaffeetrinken und zu abendlichen Drinks einladen. Ausserdem hat man von hier aus einen wunderbaren Blick auf das Wahrzeichen der Stadt: den Tafelberg. Die Villa verfügt über einen Pool, bietet schöne gepflegte Zimmer und es wird den Gästen ein reichhaltiges, kontinentales Frühstück serviert. Ausserdem haben wir fast jeden Tag freundlichen Besuch von den zwei Katzen des Hauses bekommen – somit habe zumindest ich mich wirklich wie Zuhause gefühlt.

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An Tag 1 waren wir natürlich noch von den Strapazen des Fluges ein wenig mitgenommen. Also haben wir zu Fuß die Gegend erkundet. Wozu wir im Übrigen auch quasi genötigt waren, da ich meine Tasche mit allen Schminkutensilien zu Hause vergessen hatte und nun dringend ein paar Essentials brauchte. Die Suche hat sich als gar nicht so einfach erwiesen, wir sind dann letztendlich aber doch fündig geworden. Wie bereits oben erwähnt, sind die Kloof Street und die Long Street einfach ein Muss. Viele nette Cafés, Bars und Kleidungsgeschäfte warten hier auf einen.

Nach einer Runde Chillen am Pool haben wir dann den Tipp bekommen, ins Manna essen zu gehen. Das Manna ist in der Kloof Street 151. Und generell sollte man in Südafrika immer in Restaurants vorreservieren. Wir hatten an diesem Abend jedoch auch so Glück. Generell muss man (leider) sagen, dass das Essen in Südafrika eher fleischlastig ist. Dennoch habe ich überall zumindest eine vegetarische Alternative bekommen und war auch meist ganz zufrieden. Im Manna haben sie mir eine wirklich gute Pasta serviert. Übrigens werden die meisten von den Preisen schockiert sein, denn essenstechnisch ist Südafrika einfach mal dermaßen günstig, dass man wirklich jeden Abend schick essen gehen kann, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

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An Tag 2 haben wir uns das getraut, was wohl jeder Besucher Kapstadts machen will: den Tafelberg erklimmen. Allerdings muss man vorher unbedingt die Wetterbedingungen checken. Wir haben uns nämlich gedacht, dass wir hinaufklettern und dann auf dem Rückweg die Seilbahn nehmen. Tja, wir sind eben naive und schlecht ausgerüstete Touris. Mein festes Schuhwerk bestand aus Birkenstocks. Die Kenner tragen bequeme Kleidung, festes Schuhwerk, nehmen eine Jacke und Sonnenschutz mit, ausserdem 1-2 Liter Wasser pro Person und rechnen damit, dass die Seilbahn nicht fährt. Wir sind nur bis zum Tischtuch (der weisse Nebel, der sich fast jeden Tag auf den Tafelberg legt) gekommen und mussten dann den Rückzug antreten.

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Zum Entspannen und Aufwärmen sind wir dann nach Camps Bay und von dort aus nach Clifton gefahren. Dort haben wir uns an Strand 2 gelegt – den sogenannten Modelstrand. Aber anscheinend waren wir off-season und ich musste mich nicht bis zum Hals in den Sand einbuddeln.

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Tag 3 sollte für uns ein Besuch auf Robben Island anstehen. Geschichtlich wohl einer der wichtigsten Punkte in Südafrika. Hier saß Nelson Mandela zu Zeiten der Apartheid ein und auch viele andere Kämpfer für die Gleichberechtigung. Ich würde gerne mehr auf die geschichtlichen Hintergründe eingehen, aber das würde hier ausarten. Jedoch sollte sich jeder Besucher von Kapstadt Zeit einräumen für diese Station, damit man sich bewusst darüber wird, was lange Zeit komplett falsch lief und wirklich richtig läuft es eben auch noch nicht. Das wird leider an fast jeder Straßenecke in Südafrika deutlich. Es wird wohl noch Generationen brauchen, bis eine wirklich Einheit und Gleichheit hergestellt ist. Aber diesem wunderschönen Land und den bezaubernden Menschen wünscht man es von Herzen, dass sie es friedlich und schnellstmöglich hinbekommen.

Um die Fahrt nach Robben Island mit Sicherheit antreten zu können, sollte man auch hier vorher reservieren. Ausserdem lohnt es sich, auch ein wenig Zeit für die Waterfront und das große Einkaufszentrum einzuräumen.

Auf der Fahrt mit der Fähre nach Robben Island haben wir übrigens einen Wal gesehen. Der war anscheinend langsamer als seine Artgenossen, aber hat uns dafür einen unvergesslichen Moment beschert.

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Die Zelle ganz rechts ist übrigens von Nelson Mandela

Abends sind wir dann dank eines weiteren Tipps im sehr coolen Bicycle essen gegangen, das sich ebenfalls in der Kloof Street befindet. Auch wenn man hier kein Essen einnimmt, sollte man jedoch wenigstens ein Bier hier getrunken haben.

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von Bina Nöhr