Reisebericht-1Weit und breit kein Tier zu sehen am Leeuwdril Wasserloch im Kgalagadi Transfrontier Park. Und das, obwohl wir, wie immer auf Safari, schon vor Sonnenaufgang aufgestanden sind um bei Öffnen der Parkgrenze sofort reinfahren zu können. Nur ein einsamer Springbock grast ein paar Meter vom Wasser entfernt und davon haben wir nun wirklich schon viele gesehen. Dabei hatten uns doch die Reisebericht-2Park-Ranger gestern erzählt, dass sich hier Löwen aufhalten sollten. Aber uns ist durch einige vergangene Afrika Urlaube natürlich klar, dass man immer Geduld mitbringen muss. Daher haben wir erstmal in Ruhe im Auto unser Frühstück verzehrt. Die Sonne steigt immer höher aber nichts passiert. Das Wasserloch liegt am trockenen Nossob-Flussbett, der die Grenze zwischen Südafrika und Botswana bildet. Immer wieder sind neben der Straße in der Mitte des Flussbettes die kleinen Grenzsteine zu sehen. Innerhalb des Parks bewegt man sich frei zwischen beiden Staaten.

Nach gut einer halben  Stunde des Wartens entschließen wir uns den Weg zur Uferböschung hinaufzufahren, um von dort einen besseren Ausblick zu haben. Vielleicht tut sich ja oben etwas und man kann in der Entfernung etwas sehen. Nachdem eine weitere Viertelstunde ohne sichtbare Bewegung von Tieren oder Menschen vergangen ist, entschließen wir uns wieder zurück Richtung WasserlochReisebericht-3 zu fahren.

Dort steht immer noch nur der einsame Springbock. Doch halt, er hat sich verändert. Er grast nicht mehr, sondern schaut ganz aufmerksam und gespannt in eine Richtung. Und jetzt sehen wir es auch. Genau aus dieser Richtung kommt eine Löwin durch das Gras auf uns und das Wasserloch zu.

Die Löwin hat das Fell ums Maul noch rot gefärbt, also muss sie erst kürzlich ein Frühstück gehabt haben. Und dann sehen wir, dass sie auch noch zwei junge Babies im Schlepptau hat. Sehr gemächlich trotten sie an unserem Auto vorbei. Das Frühstück hat offenbar Durst gemacht, den sie und die Kleinen jetzt am Wasserloch stillen wollen.

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Unsere Geduld und Erfahrung, die veränderte Körperhaltung des Springbocks zu deuten, haben sich ausgezahlt. Sonst wären wir um einen kurzen Augenblick zu früh weitergefahren und hätten diese wunderschöne Begegnung mit den Löwen verpasst.

Der Kgalagadi Transfrontier Park mit einer Größe von ca. 36.000 km2, ungefähr so groß wie Baden-Württemberg, ist noch ein richtiger Geheimtipp und daher eher wenig besucht. Er liegt abseits der Hauptrouten in einem kleinen Zipfel im Westen Südafrikas, der sich zwischen Botswana und Namibia erstreckt. Oft hat man die Natur für sich und ist geradeUnbenannt-6 deshalb schon eine Reise wert. Er bietet sich auch für einen Abstecher aus dem Süden Namibias an, wenn man Tiere beobachten möchte ohne sich um Malaria-Prophylaxe zu kümmern.

Unbenannt-7Besonders bekannt ist der Park für seine imposanten dunkelmähnigen Löwen. Immer wieder sieht man Springböcke und natürlich auch Oryx Antilopen, deren Name in Afrikaans – Gemsbok – dem Park den ursprünglichen Namen gaben. Der Kgalagadi Transfrontier Park entstand durch die Zusammenlegung des Gemsbok NP in Botswana mit dem angrenzenden Khalahari Gemsbok NP auf Südafrikanischer Seite.