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Da wir von Maun durch Namibia und Botswana als Selbstfahrer rund ums Okavango Delta fahren wollten, stellte sich zunächst die Frage: in welcher Richtung fahren wir? Im oder gegen den Uhrzeigersinn? Die Reise sollte im Mai beginnen, also entschieden wir uns für die Variante „im Uhrzeigersinn“, damit wir erst gegen Ende zu den Makgadikgadi Pans kommen. Je später, desto trockener und damit steigt die Chance auch auf die Salzpfanne fahren zu können.

Von Maun in Richtung Westen

Zunächst geht’s in Richtung Westen auf der A3. Nicht zu vergleichen mit der A3 in Deutschland. Denn die Straße ist lediglich 2-spurig ausgebaut wie eine gute Bundesstraße. Es herrscht allerdings kaum Verkehr und man kommt gut voran. Aufpassen muss man vor allem auf die rechts und links grasenden Esel, Kühe und Schafe, die gerne mal wissen wollen, ob das Gras auf der anderen Straßenseite nicht besser schmeckt. Der Grünstreifen ist meistens sehr breit, so dass man die Tiere schon früh sieht und entsprechend abbremsen kann, wenn sie zu einer Überquerung ansetzen. Dabei gibt es zwischen den Tieren deutliche Unterschiede: während die Kühe und Schafe eher vorsichtig sind und vor dem Betreten der Straße tatsächlich nach rechts und links schauen, sind die Esel völlig unbekümmert und laufen einfach drauf los. So manchen kostet dies wohl das Leben, was wir am Straßenrand gelegentlich beobachten mussten.

Bei Sehithwa biegen wir nach Norden ab auf die A35. Sie ist etwas schmaler, aber anfangs noch gut ausgebaut. Das ändert sich dann irgendwann hinter Nokaneng. Die Schlaglöcher werden zahlreicher und immer tiefer. Man sieht wie sich entgegenkommende Fahrzeuge rechts und links schlängeln und zeitweise auf den Grünstreifen ausweichen. Ein untrügliches Zeichen, dass die Straße einer Kraterlandschaft ähnelt und Kleinwagen bis zur Achse darin aufsetzen könnten.

Zur Guma Lagoon Lodge

Langsam und vorsichtig kommen wir auch da durch und gelangen an die Zufahrt zur Guma Lagoon Lodge. Diese ist nur mit 4×4 zu befahren, aber darauf hatte ich mich natürlich gefreut. Es geht streckenweise durch tiefen Sand, aber auch durch schlammige Stellen, wo der Fluss weit ins Land ragt. Nach der Ankunft sitzt man herrlich direkt an der Lagune und kann bei einem Drink die Aussicht auf das Wasser genießen. Vom Zelt aus hatten wir einen fantastischen Blick auf den Fluss und am nächsten Morgen den Sonnenaufgang.

Am “Pfannenstiel” entlang nach Namibia

Bei der Weiterfahrt Richtung Norden fährt man den Panhandle entlang, den sogenannten Pfannenstiel. Dort ist der Okavango noch in seinem Flussbett, bevor er sich dann im Delta ausbreitet, wo er versickert und verdunstet. Aus der Vogelperspektive betrachtet, gleicht dies dann einer Pfanne mit Stiel. Die Anzahl der Schlaglöcher sinkt, aber die Vegetation am Rand wird dafür dichter und höher. Wir reduzieren die Geschwindigkeit, denn man sieht jetzt die ein oder andere Kuh erst, wenn man direkt neben ihr herfährt. Es geht alles gut und wir kommen nach gut 100 km an die Grenze zu Namibia. Formalitäten sind schnell erledigt und auf der anderen Seite gelangt man sofort in die Mahango Region des Bwabwata Nationalparks. Dadurch wird die Fahrt zu unserer nächsten Lodge bereits zur Safari. Rechts und links der Strecke sehen wir schon die ersten Impalas, ein paar Elefanten und etliche Büffel.

Wellness & Safari am Kavango Fluss

Aber zunächst geht es nochmal ca. 30 km weiter zu unserer nächsten Unterkunft, der Divava Lodge. Schon der erste Eindruck ist einfach toll! Die großen Chalets liegen alle direkt am Kavango Fluss. Am Restaurant gibt es eine riesige Terrasse, von der aus man beim Essen aufs Wasser schaut und die Vögel in den Bäumen beobachten kann. Im Spa-Bereich können die von der Fahrt durchgeschüttelten Fahrer (und Beifahrer) eine wohltuende Massage genießen, oder ein schönes Bad nehmen, alles ebenfalls mit Blick auf den Fluss. Später konnten wir uns noch überzeugen, dass auch das Essen köstlich schmeckt. Alles in allem ein großartiges Erlebnis.

Für eine morgentliche Safari fahren wir in den Mahango Park und suchen Strecken etwas abseits der Hauptstraße. Die Belohnung dafür sind viele Sichtungen von den seltenen Red Letchwe Antilopen und Rappenantilopen sowie Elefanten, Giraffen und vielen mehr. Löwen oder andere Raubkatzen lassen sich leider nicht blicken.

Fahrt durch den Caprivi Streifen

Die nächste Etappe bringt uns im Caprivi Streifen weiter nach Osten. Dort kommt ein weiterer Fluss aus Angola, der in Richtung Kalahari fließt, der Kwando. In der nach ihm benannten Region im Bwabwata Nationalpark kann man wunderbar Vögel beobachten. Auf der von der Lodge organisierten Pirschfahrt am Nachmittag kamen die Elefanten ans Wasser als wir gerade unseren Sundowner hatten.

Nambwa Tented Lodge ist ein echter Traum. Die Luxuszelte sind groß mit Badewanne, Sitzecke und Aussenterrasse zum Genießen. Man kann Bootstouren und Safarifahrten unternehmen und nach dem leckeren Abendessen beim Lagerfeuer sitzen. Einfach wunderschön!

Danach geht es weiter den Caprivi Streifen entlang bis fast zum Ende. Die Strecke verläuft ganz überwiegend gerade und flach. Trotz der Warnhinweise auf Elefanten, sehen wir allerdings keine Tiere.

Chobe Nationalpark

Wir wollen den Chobe Nationalpark besuchen und müssen daher wieder zurück nach Botswana. Bei Ngoma Bridge geht es über die Grenze nach Botswana, wieder ähnlich unkompliziert wie zuvor die Ausreise aus Botswana. Vom Grenzübergang sind es noch rund 60 Km bis zu unserer nächsten Unterkunft bei Kazungula, der Chobe Bakwena Lodge. Auf der von der Lodge durchgeführten Pirschfahrt im Chobe Park haben wir viele Tiere sehen. Wir hatten echt Glück und konnten sogar Leoparden entdecken.

Am Nachmittag wollten wir unbedingt eine Bootstour mitmachen. Wie erwartet, war es unglaublich beeindruckend. Die Elefanten kamen zum Trinken ans Ufer und wir konnten sie vom Boot aus beobachten. Aber es gab noch so viel mehr zu sehen: Vögel, Krokodile, Büffel, Hippos usw. Der Sonnenuntergang über dem Chobe Fluss ist so schön, dass es fast schon wie Fototapete aussieht.

Abstecher nach Victoria Falls in Simbabwe

Wenn man schon mal in der Gegend ist, sollte man sich die Viktoriawasserfälle auch nicht entgehen lassen. Wir sind dorthin aber nicht selbst gefahren, sondern haben eine Tagesausflug gebucht. Es war wahnsinnig beeindruckend wie die Wassermassen in die Tiefe stürzen. Immerhin sind die Fälle fast doppelt so tief und breit wie die Niagara-Fälle. Bei einem Spaziergang entlang der Fälle wird man zumindest im Mai ordentlich nass. Da ist die Aussicht vom Lookout Cafe schon entspannter.

Vom Chobe Park zu den Makgadikgadi Pans

Von Kasane aus geht es wieder nach Süden in Richtung Nata. Die Straße ist nicht besonders spektakulär aber sehr gut befahrbar. Trotz der warnenden Schilder haben wir dort nur wenige Wildtiere gesehen. Aber dafür umso mehr Kühe, Esel und Schafe.

Hinter Nata kommen wir zur nächsten Unterkunft, Planet Baobab. Die einzelnen Hütten liegen verstreut zwischen mächtigen, Jahrtausende alten Baobab Bäumen. Diese begeistern durch ihre für uns ungewöhnliche Form, egal ob in der Dämmerung oder am Tag.

Von der Lodge aus wird eine Tour zu einer Erdmännchen Kolonie in den Makgadikgadi Pans angeboten. Dabei kann man sich den niedlichen Tierchen bis auf wenige Meter nähern ohne dass sie weglaufen. Es gab sogar gerade Nachwuchs und daher ein paar ganz Kleine.

Zu dieser Tour gehört auch ein Ausflug in die Makgadikgadi Pans. Das ist absolut lohnenswert um die endlose “Weite” zu erleben. Soweit man blicken kann rundum einfach “Nichts”. Die Fahrspuren führen in die Unendlichkeit. Ein unvergessliches Erlebnis. Und zum Sonnenuntergang konnten wir lustige Schattenbilder mit langen Beinen von uns machen.

Eigentlich hatten wir bei dieser Gelegenheit eine Übernachtung auf den Salzpfannen gebucht und wollten eine Nacht in diesem „Nichts“ unter dem Sternenhimmel verbringen. In der zurückliegenden Regenzeit hatte es sehr viel Wasser gegeben. Deshalb war die Pfanne noch zu feucht um gefahrlos tiefer ins Zentrum zu fahren. So wurde die Tour gecancelt. Schade, aber ein Grund mehr, um nochmal wiederzukommen.

Entspannter Abschluss in Maun

Jetzt ist der Rundreise fast beendet und wir kommen wieder zu unserer Ausgangsstation Maun. Dort wohnen wir in der Thamalakane Lodge direkt am Fluss und werden mit einem schönen Blumengruß auf der Bettdecke überrascht. Die liebevolle Deko, die schönen Zimmer und das gute Abendessen auf einem Bootssteg bei Sonnenuntergang sorgen für ein tolles Ende unserer Reise. Das ist nicht nur etwas für Romantiker.

Fazit

Als Fazit können wir eine solche Selbstfahrerreise rund ums Okavango Delta sehr empfehlen und würden es sofort wieder machen. Das Fahren war überall problemlos, wenn auch etwas ungewohnt. Denn man musste immer die vielen Tiere am Straßenrand im Blick behalten. Das robuste Allradfahrzeug hatte nur wenig Gelegenheiten seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Dennoch waren wir sehr froh es gemietet zu haben. Wir konnten uns darauf verlassen, dass die Federung und die Achse jedes Schlagloch aushalten.

Botswana Selbstfahrerreise, Rund um das Okavango Delta, Allrad