Wir sind neugierig und entdecken gerne neue, weniger besuchte Regionen. So hatten wir uns entschlossen als Selbstfahrer durch den Westen des Etosha Nationalpark zu fahren. Denn der Teil des Parks ist erst seit 2014 auch für Individualtouristen zugänglich. Wir reisten über das Galton Gate ein. Als Selbstfahrer ist auf Safari im Etosha Nationalpark die „Map of Etosha“ sehr zu empfehlen. Diese kann am Parkeingang gekauft werden. Es sind alle Wasserlöcher eingezeichnet.

Dolomite Camp

Schon auf dem kurzen Weg zum Dolomite Camp sehen wir unzählige Tiere, teilweise sogar direkt an der Straße. Noch mehr aber durften wir an den beiden Wasserlöchern Renostervlei und Rateldraf beobachten. Anfangs die „üblichen Verdächtigen“ wie Zebras, Springböcke, Kudus, Gnus und einige Strauße. Kurz vor Erreichen des Camps auch eine Gruppe Giraffen, die später noch von der Terrasse des Camps aus zu beobachten war.

Das Dolomite Camp selbst liegt auf einem kleinen Hügel mit fantastischem Blick zu allen Seiten der Ebene. Die Anlage ist wirklich wunderschön. Es gibt insgesamt 20 Chalets, wovon 12 auf der Westseite Richtung Sonnenuntergang und 8 auf der Ostseite Richtung Sonnenaufgang ausgerichtet liegen. Wir erlebten den herrlichen Sonnenuntergang noch von der Poolterrasse mit Weitblick. Und da unser Chalet nach Osten ausgerichtet war, konnten wir nach einer Nacht mit ausreichend Schlaf den Sonnenaufgang ebenso genießen und das sogar vom eigenen Balkon aus.

Um möglichst früh nach dem Sonnenaufgang schon auf Safari zu gehen, haben wir das reichhaltige Frühstück recht zügig zu uns genommen. Und wir wurden dafür auch schon gleich am ersten Wasserloch unterhalb des Camps belohnt. Zwei große Herden Oryx-Antilopen kamen von verschiedenen Seiten und begannen gleichzeitig dort zu trinken. Zwar gab es einige Kabbeleien, aber es konnten alle Tiere trinken. Nur die Zebras trauten sich nicht recht heran und warteten bis sie an die Reihe kamen.

Löwen am Wasserloch

Beim nächsten Wasserloch Duineveld hatten wir dann Löwenglück. Unser frühes Aufstehen und schnelles Frühstück zahlten sich aus. Zunächst sahen wir nur das Männchen trinken, und er verzog sich kurze Zeit später in den Schatten eines Busches. Doch dann kamen hinter dem Busch die Löwin mit einem Baby hervor und suchten ihrerseits die Wasserstelle auf. Und so mussten auch hier die Zebras in „Hab-Acht-Stellung“ ausharren, bis die Gefahr vorüber und das Wasserloch frei wurde.

Die Löwin und ihr Kleines gingen aber nicht zur ursprünglichen Stelle zurück, sondern entfernten sich in die andere Richtung vom Wasserloch. Auch auf der Seite gab es ein paar Schattenplätze. Und erst als sie dort ankamen, sahen wir auch den Rest der Familie, der vorher nicht zu erkennen gewesen war. Drei weitere Löwinnen begrüßten die beiden Ankömmlinge freudig. Kurz darauf zog es den Löwen ebenfalls zu seiner Familie, nicht ohne noch einmal ein paar Schluck Wasser zu trinken und den Zebras zu zeigen, wer hier das Sagen hat. Alles in allem konnten wir die Löwen gute 20 Minuten genießen. Ein riesiger Vorteil wenn man als Selbstfahrer durch den Westen des Etosha Nationalpark unterweg ist: man kann solange zuschauen wie man möchte.

Als Selbstfahrer durch den Westen: Tiere, Tiere, Tiere ….

Aufgrund der lang anhaltenen Trockenheit führen nicht mehr alle Wasserstellen auch tatsächlich Wasser. Dennoch haben wir sehr viele Wildtiere gesehen, weit mehr als wir zu hoffen gewagt hatten. Immer mal wieder ist zu lesen, dass im Westteil des Parks weniger Tiere leben würden. Das können wir nicht bestätigen.

Auf freier Strecke sahen wir manchmal nur wenige Tiere. Aber an den Wasserlöchern auf dem Weg zum südlichen Parkeingang, insbesondere bei Sonderkop, wurden wir mit großen Herden von Gnus, Zebras, Springböcken, Oryx sowie Strauße, Warzenschweine, Schakale, Geier, Elefanten und Giraffen mehr als entschädigt. Gleich am Abzweig zur Parkbucht lag eine tote Giraffe, was auf die Anwesenheit von Löwen hindeutete. Leider lagen sie über die Mittagszeit gut versteckt im Schatten und waren für uns nicht zu entdecken.

Camp Okaukuejo

Bevor man das Anderson Gate erreicht, kommt man am staatlichen Camp Okaukuejo vorbei. Das dortige Wasserloch ist eingezäunt und wer möchte, kann den ganzen Tag bequem auf einer Bank sitzen und Tiere beobachten.

Etosha Village

Wir haben den Park verlassen, um in den wunderschönen Chalets der privaten Unterkunft Taleni Etosha Village zu übernachten. Der Service der Privaten ist oftmals besser als in den staatlich geführten Camps. Und die Entfernung zum Eingangstor beträgt lediglich 2 km. Diese kann man vor Öffnung der Tore bei Sonnenaufgang ohne viel Zeitverlust sehr gut bewältigen.

Auf jeden Fall hat sich die Safari als Selbstfahrer durch den Westen des Etosha Nationalpark sehr gelohnt. Wir würden bei der nächsten Namibia Reise sicher noch eine weitere Übernachtung im Dolomite Camp einplanen, um die Aussicht und die dort näher gelegenen Wasserlöcher mit mehr Zeit beobachten und genießen zu können. Falls man als Selbstfahrer einen Mietwagen mit Dachzelt gemietet hat, kommt natürlich auch eine Übernachtung im Olifantsrus Camp in Frage. Die dortige Beobachtungsplatform am Wasserloch mit zwei verschiedenen Ebenen, sieht jedenfalls sehr vielversprechend aus.